Welche Ziele hat die Behandlung der Akromegalie?
Da sich Akromegalie auf jeden unterschiedlich auswirkt und verschiedene Therapieansätze zur Verfügung stehen, müssen sowohl der Therapieansatz als auch die Behandlungsziele individuell festgelegt werden.
Ganz allgemein besteht das Ziel einer Therapie darin, die biochemische Kontrolle wiederherzustellen und die Werte von Wachstumshormon und Insulin-like Growth Factor 1 (IGF-1) in der Blutbahn zu normalisieren. An erster Stelle soll der Hypophysentumor entfernt oder zumindest dessen Größe verringert werden. Manchmal sind zusätzliche Ansätze wie Medikation oder Strahlentherapie notwendig, um dieses Ziel zu erreichen.
Jeder Mensch mit Akromegalie geht seinen eigenen Weg und auch die Therapie kann sich im Laufe der Zeit verändern, damit Sie Ihre Behandlungsziele erreichen. Das beschreibt auch Richard im folgenden Video.
Leben mit Akromegalie
Informationen über die emotionalen, körperlichen und sozialen Hürden, die mit Akromegalie einhergehen.
Richard spricht über seine verschiedenen Therapien
02:44
Welche Therapie haben Sie gegen Akromegalie erhalten?
„Bei meiner Erstdiagnose wurde mir gesagt, dass es verschiedene Optionen gäbe.“
Richards Patientenbericht lesen >
Dieser Patientenbericht gibt nur die Meinung des Patienten zu seiner Betreuung wieder. Jeder Patient ist einzigartig! Konsultieren Sie stets einen Arzt, wenn Sie Informationen und Beratung zur Diagnose und der Behandlung der Akromegalie benötigen.
Bitte beachten Sie, dass alle Therapien Nebenwirkungen haben können. Diese können je nach Therapie und Ansprechen Ihres Körpers variieren. Sprechen Sie Ihren Arzt auf Nebenwirkungen an, wenn Sie eine Therapie in Erwägung ziehen.
Verkleinerung oder Debulking des Tumors
Ein wichtiges Ziel der Akromegalie-Behandlung ist die vollständige Entfernung oder zumindest eine Verkleinerung des Hypophysentumors. Dies erfolgt in den meisten Fällen mit einem operativen Eingriff.
Kleinere Tumore (< 1-2 cm) können oft entfernt werden – je nach Größe und Form ist das bei manchen Tumoren nicht möglich.
Eine Entfernung oder ein Debulking (partielle Verkleinerung) des Tumors soll den Wachstumshormon-Spiegel im Körper normalisieren oder zumindest den Überschuss reduzieren. Ein weiteres Ziel der Operation ist, zu verhindern, dass der Tumor benachbarte Strukturen wie die Hypophyse oder den Sehnerv einengt.
Wenn eine Operation am Patienten nicht möglich ist, der Patient aus verschiedenen Gründen keine Operation möchte oder der Tumor nicht vollständig entfernt werden kann, können Medikamente eingesetzt werden, um den Tumor zu verkleinern.
Hormonspiegel auf den Normbereich senken und Symptome lindern
Das Hauptziel der Behandlung der Akromegalie besteht darin, erhöhte Spiegel von Wachstumshormon und IGF-1 in den Normbereich zu senken (biochemische Kontrolle).
Die Werte von Wachstumshormon und IGF-1 im Normbereich zu halten, ist essenziell für die langfristige Allgemeingesundheit und sollte die Symptome lindern.
Nicht alle körperlichen Symptome der Akromegalie (etwa die Vergröberung des Kieferknochens oder Vergrößerung von Händen und Füßen) können durch das Erreichen der biochemischen Kontrolle rückgängig gemacht werden. Dennoch werden Schwellungen des Weichteilgewebes, vor allem im Gesicht, relativ schnell zurückgehen und Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen können dadurch gelindert oder vermieden werden. Besonders die Linderung äußerlicher Anzeichen fällt sowohl Patienten als auch Angehörigen auf.
Eine normale Hypophysenfunktion aufrechterhalten
Ein weiteres wichtiges Therapieziel besteht darin sicherzustellen, dass die Hypophyse weiterhin so normal wie möglich funktioniert, sobald der benigne Hypophysentumor entfernt oder in der Größe reduziert wurde.
Die Hypophyse spielt neben der Steuerung von Größe und Entwicklung eine wichtige Rolle im Körper. Sie produziert Hormone, die die normale Funktion anderer Hormondrüsen beeinflussen (z. B. Schilddrüse, Nebennieren oder Hoden und Eierstöcke).
Die Lebenserwartung normalisieren
Die erfolgreiche Therapie einer Akromegalie beinhaltet nicht nur die Regulierung von Wachstumshormon und IGF-1 in den Normbereich, sondern auch eine geeignete Behandlung von anderen gesundheitlichen Problemen.
Bei frühzeitiger Diagnose sind die Chancen einer kurativen Operation, also einer vollständigen Entfernung des Tumorgewebes, mit 80 bis 90 Prozent sehr gut. Die Tatsache, dass sich die Krankheit anfänglich häufig durch Symptome äußert, die viele Ursachen haben können, trägt jedoch dazu bei, dass Akromegalie oft erst spät erkannt wird.
Es ist wichtig, Begleiterkrankungen bei Akromegalie wie Diabetes mellitus oder Herzprobleme (beispielsweise Arteriosklerose und Bluthochdruck) geeignet zu behandeln und zu überwachen, um die Lebenserwartung des Einzelnen zu maximieren.
Nebenwirkungen
Bitte beachten Sie, dass alle Therapien Nebenwirkungen haben können. Diese können je nach Therapie und Ansprechen Ihres Körpers variieren. Sprechen Sie Ihren Arzt auf Nebenwirkungen an, wenn Sie eine Therapie in Erwägung ziehen.
Übersicht der verwendeten Quellen, die dem Inhalt dieses Abschnitts zugrunde liegen >
Lesen Sie mehr zum Thema „über Akromegalie sprechen” >
Behandlung der Akromegalie
Hier erfahren Sie mehr über die Behandlungsmöglichkeiten der Akromegalie wie operative Eingriffe, Arzneimittel- und Strahlentherapie, sowie die Ziele der jeweiligen Therapie.
Artikelübersicht:
BEHANDLUNGSZIELE
CHIRURGISCHE BEHANDLUNG
MEDIKAMENTÖSE BEHANDLUNG
STRAHLENTHERAPIE
WAS ERWARTET SIE BEI DER BEHANDLUNG DER AKROMEGALIE?
Erfahren Sie mehr über Akromegalie
FAQ zu Akromegalie
Lesen und hören Sie Antworten auf einige der häufigsten Fragen, die Menschen mit Akromegalie gestellt haben.
Selbsthilfegruppen
Finden Sie eine Selbsthilfegruppe für Akromegalie-Patient*innen, bei der Sie Informationen zu Aktivitäten und Events vor Ort erhalten.
Leben mit Akromegalie
Hier können Sie lesen und hören, wie andere Menschen sich nach ihrer Diagnose auf Akromegalie eingestellt haben und mit dieser Erkrankung ein normales Leben führen.